Online Bezahlsysteme

Den richtigen Bezahlanbieter finden – die wichtigsten Kriterien

Bezahlanbieter – Full Service Payment Provider und alternative Bezahlmethoden gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Leider informieren die Webseiten der meisten Anbieter nicht verständlich oder ausführlich über Ihre Leistungen und lassen daher nur eingeschränkt Vergleiche zu. Welche Kriterien für die Auswahl des Payment Providers entscheidend sind, fassen wir für Sie hier zusammen.

Grundlage für die Integration von Bezahlverfahren, für die Auswahl von Dienstleistern und für den Betrieb von Cash-Flow Informationssystemen muss eine kritische Analyse der Konditionen und Anforderungen mit einer Unterscheidung zwischen essentiellen Funktionen und Spezialanforderungen sein.

Für die erfolgreiche Einführung und den Betrieb von Online-Bezahlsystemen ist die Kostenkalkulation und die Funktionalität im jeweiligen Markt von zentraler Bedeutung. Leider gibt es bisher keine allgemein verbindlichen Vorlagen, die einen transparenten Vergleich ermöglichen. Aus diesem Grund haben wir die wichtigsten Kriterien aus den vielfältigen und komplexen Anforderungen an Online- Bezahlverfahren für Sie hier zusammengefasst:Einmalige Setup-Gebühr: marktüblicher Rahmen 50 – 750 €

    • Gebühren – jährlich, monatlich oder keine? marktüblicher Rahmen zwischen 60 – 300 € monatlich
    • Transaktionsgebühr: je nach Branche zwischen 0,20 – 2,00 € pro Anfrage bzw. Buchung
    • Gibt es gesonderte Gebühren für Gutschriften? Manche Anbieter verlangen für die Abwicklung 15 €.
    • Erlaubt der Vertrag eine Prüfung der Kartendaten vor der Belastung?
    • Erlaubt der Vertrag die Reservierung einer Buchung vor der eigentlichen Durchführung? Dadurch kann man einen Betrag für eine gewisse Zeit (7 bis 10 Tage) auf der Kreditkarte des Kunden blocken, ohne diese direkt zu belasten. Wenn man längere Lieferzeiten hat und die Zahlungsfähigkeit sicherstellen will, bevor man die Ware tatsächlich versendet, ist das ein interessanter Service.
    • Mindestlaufzeit des Vertrags: üblich sind zwischen 6 und 36 Monaten
    • Wie lang ist die Kündigungsfrist danach? Meist 3 Monate.
    • Bietet der Vertrag die Möglichkeit, mit und ohne 3D-Secure zu arbeiten, bzw. ohne zu starten und später auf das sicherere Verfahren ohne umständliche Neuverträge umzusteigen?
    • Kostet 3D-Secure extra, ggf. einmalig und laufend? Meist ist das mit dem Upgrade auf eine komfortable Zahlungsabwicklungsmethode verbunden.
    • Sitz des Unternehmens: Wo sitzt mein Ansprechpartner? Sind die AGB auf Deutsch erhältlich, wo ist der Gerichtsstand?
    • Welche Bezahlmethoden werden angeboten (alternative E-Wallets, Lastschrift, Direct Bank Transfer usw.)? Viele Full Servce Provider decken oft die wichtigsten Bezahlmethoden über ihr Payment Gateway ab. Wer aber international oder in Nischen unterwegs ist, sollte sich im Vorfeld über die alternativen Bezahlmethoden genau erkundigen.
    • Wie flexibel ist das Payment Gateway bzw. die API des Providers für den Fall, dass weitere alternative Bezahlmethoden in die Checkout Page eingebunden werden sollen? Bietet der Provider hierfür einen Service oder ist die Schnitstelle ausreichend dokumentiert?
    • Währungen und Sprachen: Welche Sprachen bieten die Checkout Formulare des Anbieters? Welche Währungen für den internatinonalen Handel?
    • Sicherheitseinbehalt (weekly/monthly holdback): Wie hoch und wie lange ist ein eventueller Sicherheitseinbehalt, und gilt dieser nur auf Kreditkartenumsätzen?
    • Fraudprotection: Wie gut ist die Betrugsprävention des Anbieters?
    • Minimum Processing Volume: Verlangt der Provider einen Mindestumsatz auf Zeitraum oder Warenkorb bezogen? (wichtig für Start-Ups und Händler im Micropayment Bereich)
    • Branchenexpertise: Hat der Payment Service Provider Branchenkenntnis (evtl. für den Customer Support relevant)?
    • Auszahlungsflexibilität und Geschwindigkeit: Wie schnell wird das Geld nach einer Transaktion überwiesen? Besteht die Möglichkeit, mehrere Auszahlungskonten einzurichten bzw. auf Offshore oder E-Wallet Support?
    • Ist das Payment Gateway Multi-Shop- /multi tenant fähig? Kann ich mehrere Shops über einen Account handhaben?
    • Preistransparenz: Höhe des Disagio, seperate Aufführung der einzelnen Transaktionskosten in der Abrechnung und im Controllingcenter?
    • Kreditkarten Abrechnungsgebühren: Interchange plus oder Tiered Pricing? Sind die Kreditkartentransaktionskosten prozentual oder über Rabattstaffelungen abgewickelt?
    • Dynamic Currency Conversion: tagesaktuelle Umrechnung von Währungen im Payment Gateway (interessant für den internationalen Handel)?
    • Beantragt der Payment Service Provider eine VU-Nummer für mich? Die Vergabe von VU-Nummern ist für einige Produkte (Downloads & Adult), für bestimmten Content (Singlebörsen) oder für Glücksspiel & Gewinnspielservices nicht sehr einfach und wird von manchen Acquirern abgelehnt.

 

Der Günstigste muss nicht der Beste sein!

Wie vielen Menschen würden Sie Ihr gesamtes Geld (Umsatzvermögen) anvertrauen ?
Richtig – nicht jedem Dahergelaufenem!

Geldangelegenheiten sind Vertrauenssache und gewissermaßen auch Verschlusssache. Bei der Auswahl des Payment Providers geht es nicht um eine einfache Servicedienstleistung, sondern um jemanden, der für Sie Ihr Geld und das Ihrer Kunden verwaltet. Stellen Sie die höchsten Ansprüche!

Payment Provider sind oft keine Banken, aber sie beherrschen ebenfalls die Kunst der versteckten Kosten und der Verschleierung durch Fachterminologie.